Es war einmal......



 .....Sommeranfang in einem kleinen Ort, der eine Wohnsiedlung mit vielen Miezen hat.
Eines Tages lag am Terrassenrand eines Mehrfamilienhauses, unter einer Hecke, eine weiß-schwarze Katze.
Tagaus, tagein lag sie da und schaute vorbeigehende Menschen mit ganz traurigen Augen an.
Nachts war sie allerdings verschwunden.
Merkwürdig, niemand schien sich um sie zu kümmern.
Eine Nachbarin erzählte dann, dass Mieze nur vorrübergehend hier wohnen würde, weil Frauchen im Umzugsstress ist
und man DEN der Katze nicht antun wollte. Katze würde deshalb solange bei der Mutter des Frauchens wohnen.
Das klang gut und erklärte Miezes Traurigkeit.
Sie vermisste bestimmt ihr Zuhause.
Die Wochen vergingen allerdings und Mieze war immer noch bei uns. Inzwischen ging sie auch ab und zu spazieren.

Zieht ihr Frauchen wirklich sooooo lange um??????????????????????

.......... Fortsetzung folgt!

Dieses ist eine neue, reale Katzengeschichte die uns das Leben so aufzudrücken scheint.
Weil... wir wollen ja eigentlich keine neue Katze... und noch haben wir auch keine....
Die Geschichte kommt gerade erst ins Rollen und mal sehen wie sie sich entwickelt.
Ihr dürft, je nach Zeit und Geschehen, aktuell daran teilhaben

Liebe Grüße
Susan mit Pauli und Lissy im Herzen


FORTSETZUNG 1

 

Ende September waren wir gut erholt und braun gebrannt aus unserem ersten, richtigen Sonnenurlaub seit 8 Jahren zurück.
Kein mit XXL Katzenausrüstung vollgepacktes Auto mit krähenden Fellterroristen, sondern ein Flieger nach Gran Canaria.
Das hatten wir echt vermisst, obwohl die Urlaube mit unseren Plüschis immer toll waren.
Nur leider mit zu wenig Sonne.

Und die weiß-schwarze Mieze? Die war IMMER NOCH da!

Na, der Sache mussten wir auf den Grund gehen. Also ab und das Ersatzfrauchen gefragt.
Puhhhhhh…... die ganze Umzugsgeschichte stimmte gar nicht.

Die Tochter war nämlich schon längst in eine Wohnung umgezogen, in der man aber keine Katzen duldet.
Also wurde Kitty, so heißt Mieze nämlich, bei Muttern abgeladen.
Die hat ja schon einen Kater in ihrer Erdgeschosswohnung, der Freigänger ist, und da kommt es auf eine Mieze mehr oder weniger auch nicht an.
Katzen sind ja schließlich sehr eigenständige Wesen.
Es ist schade, dass Leute Katzen halten und nicht im Geringsten die Bedürfnisse ihrer Tiere erkennen.

Kater Mohrle ist nicht der glücklichste, kann sich aber besser mit seinem Teilzeit-Zuhause arrangieren.
Er holt sich seine Kuscheleinheiten und sein Fressen inzwischen woanders und geht nur zum Schlafen heim.

Kitty (soll übrigens 7-8 Jahre alt sein) war in ihrem Leben noch nie draußen.
Es gefällt ihr auch nicht wirklich.
Sie meidet aber ihr Zuhause trotzdem wo es nur geht.
Selbst wenn die Tochter zu Besuch kommt, flüchtet sie. Das konnten wir inzwischen beobachten.

Mieze ist aber nicht dumm. Sie kennt inzwischen alle Mieter in den umliegenden Häusern, die ein großes Herz für Katzen haben.

Da muss sich doch was draus machen lassen…denkt sie sich ...

...und entwickelt ganz alleine einen Plan, den ich in 35 Jahren mit Katzen so noch nie erlebt habe....


FORTSETZUNG 2

 

Ich weiß ja, dass ihr neugierig seid
und bis zum aktuellen Geschehen ist ja noch ein bischen was passiert....


ALSO .....Kitty begann den ersten Nachbarn (Wohnhaus gegenüber von unserem Küchenfenster) mal gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Sowie er sein Auto eingeparkt hatte, kam sie angemaunzt und schlich um ihn rum.

Mit Erfolg: er holte leckere Jagdwurst aus seinem Einkaufskorb.
Seine Frau fand das nicht ganz so lustig, sagte aber nix dagegen.

So nach 1 Woche gab es dann die Jagdwurst nicht mehr vor dem Haus, sondern in der Wohnung.
Kitty stiefelte nämlich einfach mit den Beiden mit in die 2. Etage.
Ein zügiger Gang durch deren Wohnung und es wurde alles kurz besichtigt.
Das gefiel ihr so gut, dass sie sich ein Plätzchen suchte und einfach über Nacht blieb.

Morgens gingen beide zur Arbeit und Mieze musste mit runter, nach draußen.

Das wiederholte sich noch einmal.
Aber mal ehrlich, irgendwie war das noch nicht das Gelbe vom Ei.

Man hat ja schließlich Auswahl.........


FORTSETZUNG 3

und weiter geht es:

Also ab zum 2. Nachbarn bzw zur Nachbarin (die können wir vom Balkon beobachten)
Kennen tut Mieze die schon etwas, weil das der Futterplatz in der Siedlung ist, wo es ab ca 6 Uhr für alle hungrigen Mäuler was gibt.
Egal ob Streuner, Freigänger, hungrige Nachbarkater oder vernachlässigte Miezekatzen.
Da die erste Wohnungssuche fehlgeschlagen ist, blieb Kitty eines Tages nicht nur zum Fressen auf der Terrasse,
sondern huschte unbemerkt in die Wohnung.
Die Nachbarin musste wenig später zur Arbeit und entdeckte plötzlich den heimlichen Gast.
Ein Katzenklo gibt es dort immer für irgendwelche Notfellchen, Fressen auch, also durfte Kitty alleine Zuhause bleiben.

PRIMA…

4 Tage gingen so vorbei und dann stand der Freitag vor der Tür ...

...und damit ein großes Problem…

Die nette Nachbarin fährt nämlich regelmäßig über das Wochenende zu ihrem Freund.
Wohin also mit Kitty?
Tja, sie musste wohl oder übel wieder nach draußen.
Das war wohl nicht ganz so einfach Kitty aus der Wohnung zu bekommen.
Kitty war wieder mächtig traurig. Der Blick geht einem durch und durch.
Es gab aber wohl keine andere Lösung.

Wieder kein Happy End

Die Geschichte haben wir erst gestern erfahren.
Wir wussten bisher nur, dass Kitty dort gefüttert worden ist, kannten aber nicht den 2. massiven Einzugsversuch von Katze.
Die Nachbarin arbeitet übrigens mit dem Frauchen zusammen, wo Kitty eigentlich hingehört.
Frauchen weiß also von Kittys Umzugsversuchen und ignoriert sie.
Kitty ist halt so, aber sie bleibt eh nie dauerhaft. Sie ist schließlich den Freigang gewohnt.


FORTSETZUNG 4

Aller guten Dinge sind 3

Jetzt ist der nächste Nachbar an der Reihe.

Der wohnt mit seiner Frau im Erdgeschoß, ebenfalls mit Terrasse und auch den können wir von oben beobachten. Wir wohnen strategisch echt günstig

Die beiden Mieter stehen regelmäßig am offenen Fenster und rauchen.
Kater Mohrle holt sich dort seit längerem Kuscheleinheiten oder schlägt sich den Bauch voll.
Kitty futtert dort auch ab und und zu.
Im Sommer schlief sie sogar regelmäßig auf dem Gartenstuhl oder nahm ein Sonnenbad.

Dabei hatte sie frühmorgens übrigens mal ein Erlebnis mit einem Fuchs.
Der lief an „ihrem“ Gartenstuhl vorbei und sah Mieze überhaupt nicht.
Sie aber ihn!
Mit einem Satz sprang sie auf seinen Rücken. Der arme Fuchs hat sich so erschrocken, dass er schleunigst türmte.
Mutig ist Mieze ja, obwohl sie nur eine echt halbe Portion ist. Geschätzte 3,5 kg und ein 1/3 kleiner als unsere Lissy und die war schon nicht sehr groß.

So langsam wurde ja nun das Wetter immer ungemütlicher und kälter. Der Gartenstuhl war da nicht mehr wirklich bequem.

Da hopst dann eine entschlossene weiß-schwarze Mieze eben durchs offene Fenster und legt sich aufs Bett.

Aller guten Dinge sind 3???

….leider klappt es auch hier nicht…..

Dem Nachbarn bricht es fast das Herz. Er würde sie so gerne aufnehmen, aber Mieze muss dort auch wieder ausziehen.

Seine Frau reagiert leider ziemlich doll allergisch auf Kitty und will außerdem nicht die Verantwortung für Kitty übernehmen.
Mal zu Besuch kommen ist ok, aber nicht dauerhaft.

So kann das jedoch nicht weitergehen. Und wir Nachbarn diskutieren.

Erste Maßnahme ist die Reaktivierung unserer Streunerhütte. Damit Kitty auch ein trockenes Plätzchen hat, wen mal keiner für sie da ist.
Jeden Winter hat die Hütte irgendwo ein Plätzchen, wo jemand sie benötigt.
Nun braucht die „Katzengemeinde Wiesengrund „ sie jedoch selbst.

Wir hatten hier schon Temperaturen um null Grad und die Hütte wird deshalb wieder gut mit Styropor und Stroh isoliert.
Sie kommt auf die Terrasse von Kittys letztem Besuchsnachbarn.

Als wir am Aufstellen und Quatschen sind, kommt Kittys Besitzerin vorbei. Frau Nachbarin nutzt die Gelegenheit und bläst ihr mal mächtig den Marsch.
Sie solle doch endlich ein Zuhause für Kitty suchen. Der Winter steht schließlich vor der Tür.

Natürlich war der Appell umsonst. Kitty gehe es gut.
Sie bekomme alles was sie braucht und ist eben gerne unterwegs. Sie darf natürlich jede Nacht zuhause schlafen. Die Terassentür ist schließlich immer ein Stück offen.
Das gleiche Blabla wie immer.

Die Nachbarin müssen wir dann erstmal beruhigen und aufklären, dass man Mieze nicht einfach wegnehmen und der Besitzerin den Tierschutz auf den Hals hetzen kann.
Mieze hat ein Zuhause und ist nicht vernachlässigt…körperlich jedenfalls.
Und um unseren Tierschutzverein muss!!! man einen großen Bogen machen.
DER hat damals unsere Lissy mit 8 Jahren bei unserem Tierarzt abgegeben, weil sie zu alt zum vermitteln wäre

So ist Mieze immer noch ohne ein liebes, warmes, kuscheliges, ruhiges Zuhause.
und NEIN es gibt wirklich noch kein Happy End für Kitty


FORTSETZUNG 5


Dienstag der 04.11.2014

5:45 – Hausschlüssel, Jacke und Rucksack gegriffen und ab zur Arbeit. Ich ziehe die Wohnungstür zu und …

… da gurrrt etwas hinter mir.

Ratet mal wer da sitzt! Richtig eine kleine weiß-schwarze Miezekatze und fiept und gurrt so vor sich hin.

Ich habe KEINE Ahnung wie sie hereingekommen ist. Wir wohnen in einem 12 Parteien-Haus in der 2. Etage und die Haustür war zu.
Ich bin nämlich morgens die erste, die das Haus verlässt.
Dazu kommt, dass Kitty uns eigentlich gar nicht kennt. Im Gegensatz zu den anderen Nachbarn hatten wir bewusst nur ganz, ganz wenig direkten Kontakt.
Bis auf einmal vor einigen Wochen. Wir kamen abends vom Sport. Kitty saß ein paar Meter weg und sah uns kommen.
Genau wie sie mit dem Nachbarn Jagdwurst holen gegangen ist, stiefelte sie nun uns hinterher. Einfach so. Wir hatten ja nix im Angebot.
Oben öffneten wir die Tür. Kitty besichtigte unsere komplette Wohnung im Schnelldurchgang und
stand wenige Minuten später wieder vor der Wohnungstür und marschierte aus dem Haus. Einfach so. Rein, raus weg!

Tja, und nun stand sie einfach so da.

Und ich hab einfach so, ohne Nachzudenken, die Wohnungstür geöffnet und Mieze ist in die Wohnung gehuscht...

Ich hab nur kurz meinem Mann Bescheid gesagt und musste dann dringend los.

Mieze ist ab nach oben ins Schlafzimmer (unsere Wohnung hat 2 Etagen und oben sind Schlafzimmer und Bad), hat meinen Mann angegurrt und sich vor das Bett gesetzt.
Hoch getraut hat sie sich nicht, erst nachdem sie die Erlaubnis von meinem Mann hatte.

Erst hat sie eine halbe Stunde auf meinem T-Shirt gelegen und dann ist sie ganz nah an meinen Mann gerückt, hat sich an sein Bein gekuschelt und die 2 haben dann noch eine Stunde geschlafen.
Na, mein Mann wohl weniger, aber Mieze war völlig entspannt.

Die ersten 3 Tage hat sie sich völlig ausgeschlafen.

Seitdem haben wir eine neue Mitbewohnerin, die nach Aussage aller, die sich bisher um sie gekümmert haben:

- zickig ist
- mäkelig ist
- nicht auf Dauer bleibt, sondern wieder raus will und dann schreit
- und überhaupt! keine! Kuschelkatze ist.

Äääähhhhmmmmmmmm……..

Also bei uns ist sie:

- megalieb, gurrt und miezt und bettelt ganz lieb
- frisst hochwertiges Nassfutter mit Genuss, es sollte nur Geflügel enthalten sein
Sie mag keine billigen Discounterschälchen--- kluge Katze
- nutz problemlos ihre Klos
- will nicht wirklich raus, der Balkon wird höchstens 2 Minuten besucht, dann ist es zu kalt
Allerdings will sie ständig aus der Wohnungstür raus. Aber mehr aus Neugier. Das ist kein Verhalten einer Freigängerkatze, die was vermisst.
- gibt Köpfchen, schläft jede Nacht bei uns im Bett, lässt sich überall streicheln, auch am Bauch, mag gebürstet werden, und brumselt schon ganz leise
- spielt mit uns mit der Spielangel
- bleibt völlig problemlos alleine Zuhause
- und turnt morgens um 04:30 durchs Bett und gurrt nach Frühstück. DAS müssen wir noch ändern

Es sieht danach aus, als ob sie bei uns bleibt.
Allerdings ist ihre Besitzerin noch ein Problem.
Deshalb hatte ich auch geschrieben, dass es noch kein Happy End gibt.

Wir haben am Donnerstagabend mit ihr gesprochen, damit sie weiß wo Kitty steckt, und sie ist nicht wirklich damit einverstanden, hat es aber nicht verboten.
Sie glaubt ehrlich, dass sich das von alleine erledigt, weil es Kitty bei ihr ja soooooo gut geht und sie wieder bei uns ausziehen wird.
Sie liebt Kitty wirklich und ist felsenfest davon überzeugt eine gute Katzenhalterin zu sein.

Mal schauen, was los ist, wenn sie merkt, dass Kitty immer noch nicht wieder weg will.
Wie die Tochter reagiert wissen wir auch überhaupt noch nicht.

Sollten die Beiden allerdings ein Veto einlegen, gäbe es mächtig Ärger mit sämtlichen Mitmietern rundherum und das wird sie wohl wissen.
Und nicht riskieren.
Hoffen wir….


23.12.2014

Kitty darf definitiv bei uns bleiben.

Dem Ex-Frauchen fällt es nach wie vor schwer, aber Mieze bleibt jetzt bei uns.

Und sie macht auch einen total zufriedenen Eindruck :-

Kitty selbst hat uns mit ihrem Charme voll um die Pfote gewickelt und alles im Griff.
Die ist sooooo süß und obwohl sie fast genauso aussieht wie Lissy , ist sie völlig
anders. Da kommt man gar nicht auf die Idee Vergleiche anzustellen.
Das macht es einfacher.
Besonders weil wir Lissy ja letztes Jahr kurz vor Weihnachten gehen lassen mussten.

Da ist eine kleine, hochintelligente, kuschelige, sehr spielfreudige, kommunikative und etwas verfressene Katze bei uns eingezogen!

Wir wünschen allen 2-, 3- und 4- Beinern Fröhliche Weihnachten
und ein gesundes! Neues Jahr 2015

Liebe Grüße
Susan mit Kitty
und mit Pauli und Lissy im Herzen